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Rapha Racing Ltd – Erklärung zur modernen Sklaverei

Diese Erklärung wurde in Übereinstimmung mit dem Modern Slavery Act 2015 veröffentlicht. Sie beschreibt die Maßnahmen, die Rapha Racing Ltd (Rapha) in dem Jahr, das am 31. Januar 2020 endete, zur Verhinderung von moderner Sklaverei und Menschenhandel in seinem Geschäftsbetrieb und seiner Lieferkette durchgeführt hat. Dies ist die dritte Auflage dieses Berichts, vom Vorstand bestätigt am 13.07.2020.

Vorstellung von Rapha

Rapha wurde 2004 als ein Online-Versandhandel gegründet und hat seitdem auch durch die Gründung von Einzelhandelsgeschäften, bekannt als Clubhouses, expandiert. Diese finden sich derzeit in 21 lebendigen Radsport-Hochburgen auf der ganzen Welt; dazu kommen zeitlich begrenzte Pop-ups und die Mobile Clubhouses auf der Straße.

Wir von Rapha haben uns den Ruf eines Anbieters erworben, der höchstmögliche Qualität sicherstellt und mit den technisch fortschrittlichsten Fertigungstechniken im Bereich Radsportkleidung arbeitet. Dazu kommt eine gute Portion Nostalgie und Radsportkultur. Um gleichbleibend hohen Standards gerecht zu werden, arbeitet Rapha nur mit den besten Zulieferern zusammen und kann damit eine breite Produktpalette bieten – vom klassischen Trainingsanzug aus Merinowolle bis zum in der WorldTour siegreichen Funktionstextil. Das Rapha Hauptquartier ist am Gründungsort London und die Firma hat lokale Vertretungen in den USA, Australien, Japan und Hongkong. Dazu kommen Vertretungen ohne Einzelhandel in der Schweiz, Frankreich und Singapur. Rapha hat 468 Angestellte. Das Unternehmen ist im Privatbesitz von Carpegna Ltd (registriert im Vereinigten Königreich), das 100 % des Aktienkapitals von Rapha Racing Ltd hält. Das Unternehmen gehört einer Anzahl privater Anteilseigner und Firmen; die kontrollierende Partei ist Lawrence Classics LLC, eingetragen in den USA. Der Vorstand von Rapha besteht aus vier Direktoren: Simon Mottram, Nicholas Evans, Matthew Tarver and Steuart Walton.

Transparenz innerhalb der Lieferkette von Rapha

In diesem Zeitraum arbeitete Rapha weltweit mit 33 Tier-1-Lieferanten (Fertigwaren) in elf Ländern zusammen, darunter jene, die in China, Vietnam, Italien, Portugal und den USA ansässig sind. Rapha arbeitete weltweit mit 41 benannten Tier-2-Lieferanten (Textilhersteller) in neun Ländern zusammen. Unsere Zulieferer stellen die Spitze im jeweiligen Bereich dar und sind ein integraler und hochgeschätzter Bestandteil davon, dass wir unsere Produktvision realisieren können. Unsere Zulieferer bieten ihren Mitarbeitern entsprechend ihrer hohen Fertigungsstandards und ihrer Reputation in der Regel exzellente Arbeitsbedingungen. In dem Jahr vor Januar 2020 analysierten wir unsere Tier-1- und Tier-2-Lieferketten, die wir auf Tier-2-Subunternehmen ausdehnen werden. Wir registrierten 30.788 Arbeiter in unserer Tier-1-Lieferkette und wir verbesserten die interne Berichterstattung durch die Erstellung eines Dashboards, das Zulieferer anhand ihrer sozialen und ökologischen Performanz listet. Dazu gehört, festzustellen, wie groß der Anteil von Rapha an der Geschäftstätigkeit jedes Zulieferers ist, denn es ist uns bewusst, dass mit zunehmenden Auftragsvolumen auch unsere Verantwortung steigt. Dieses Wissen ermöglicht es uns, zu verstehen, wie sich unsere Einkaufspolitik auf die Fähigkeit des Zulieferers auswirkt, für das Wohlergehen seiner Belegschaft zu sorgen.

Während wir weiter wachsen, wissen wir um die sehr reale Gefahr von Zwangsarbeit, Betrug und Unterdrückung, der Angestellte in globalen Lieferketten ausgesetzt sind, und wir setzen uns dafür ein, moderne Sklaverei wo immer möglich zu bekämpfen. Wir wissen um das Risiko von Sklaverei in jedem unserer Lieferländer und beziehen keine Waren aus den 47 Ländern mit dem laut Global Slavery Index höchsten Risiko der Welt. Die Mehrzahl unserer Lieferländer gehören zu jenen mit niedrigem oder mittlerem Risiko, mit der Ausnahme der Türkei, die mittel–hoch ist, und wir kennen die spezifischen Faktoren, die in diesem Land zum Risiko moderner Sklaverei führen. Für die Zukunft planen wir, den Anteil unserer Ausgaben pro Land zu veröffentlichen, um zu zeigen, dass wir das Risiko moderner Sklaverei bei der Auftragsvergabe berücksichtigen.

Wertschöpfungsketten und -prozesse

Wir bei Rapha bestehen darauf, dass unsere Zulieferer unsere grundlegenden ethischen Prinzipien und Werte teilen. Diese Werte sind in unserem Verhaltenskodex festgelegt, der dem Base Code der Ethical Trading Initiative (ETI) sowie den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, darunter die Indikatoren für Zwangsarbeit der ILO, folgt. Alle unsere Zulieferer und Subunternehmen werden beim einleitenden Aufnahmeprozess darum gebeten, dieses Dokument zu unterschreiben, wozu auch eine jährliche Aktualisierung gehört. Es umfasst, ist aber nicht beschränkt auf die Erwartungen von Rapha bezüglich des Kampfes gegen Korruption, Diskriminierung von Arbeitern, Arbeitszeiten, Versammlungsfreiheit und Kinderarbeit. Bevor wir uns auf die Produktion bei einem neuen Zulieferer oder in einer neuen Fabrik festlegen, führen wir durch Dritte ein Sozialaudit durch, wozu Kontrollen von Gesundheit und Sicherheit, Sauberkeit, der Umgang mit abgebrochenen Nadeln, die Zeiterfassung und soziale Einrichtungen gehören. Wird ein Verstoß festgestellt, muss der Zulieferer ein Verbesserungskonzept samt Zeitplan vorlegen; ein zweites Audit liefert den Nachweis von Verbesserungen. In der Folge arbeiten wir eng mit unseren Zulieferern zusammen, um sicherzustellen, dass die Arbeitsbedingungen auf diesem hohen Niveau bleiben.

In diesem Zeitraum führten wir eine Bewertung unserer derzeitigen Richtlinien bezüglich der modernen Sklaverei durch. Diese Erkenntnisse haben zusammen mit einer juristischer Beratung zu einem breiteren und stringenteren Rahmenvertrag geführt, der all unseren Tier-1-Lieferanten vorgelegt wurde. Durch diesen Rahmenvertrag wird unser Verhaltenskodex ausgeweitet und gestärkt sowie unsere Positionen bezüglich Arbeitsbedingungen und -praktiken in Bezug auf moderne Sklaverei durchgesetzt. Er ist so angelegt, dass er unseren Zulieferern Unterstützung und Stabilität gewährt. Dazu zählen Lieferfristen und Kostenvereinbarungen. Umgekehrt legt er fest, dass Subunternehmer von Rapha akzeptiert werden müssen, was unseren Bemühungen, alle Tier-1- und Tier-2-Subunternehmer zu erfassen, entspricht. Dieses Dokument ist nun ein integraler Bestandteil unserer laufenden Beziehungen zu unseren Zulieferern, und für den seltenen Fall, dass ein Zulieferer von Rapha diesem Dokument nicht zustimmen will, werden wir gemeinsam einen Zeitpunkt vereinbaren, ab dem wir getrennte Wege gehen.

Wir haben erkannt, dass sich uns die Gelegenheit dazu bietet, unsere Lieferbasis tiefgehend zu analysieren und potenzielle Risiken durch Menschenrechtsverletzungen und moderne Sklaverei zu identifizieren. Aufbauend auf unserem größeren Wissen und unseren Erkenntnissen haben wir den Prozess unserer Sozialaudits von Grund auf neu konzipiert. Während des Auswahlprozesses der Prüfstandards entwickelten wir eine Vorgehensweise, um die wichtigsten sozialen Prüfstandards zu bewerten, die auf deren Gründlichkeit und Genauigkeit basiert, die Fähigkeiten der Zulieferer zu bewerten und dem Base Code der ETI und den Konventionen der ILO gerecht zu werden. Mit jedem Prüfstandard führten wir Interviews durch, um zu verstehen, wie Auditteams strukturiert waren und wie Audits durchgeführt wurden, wie viele Tage sie andauerten und welche Qualität die gesammelten Informationen hatten. Uns ist bewusst, dass von einem externen Prüfer gesammelte Daten nur dann verlässlich sind, wenn die Seriosität der Informationen beurteilt werden kann, um eine kognitive Verzerrung der Ergebnisse zu vermeiden.

Wir kamen zu den Ergebnis, dass die beste Vorgehensweise ein Selbstbewertungsinstrument ist, dass die Zulieferer zum Einholen von Informationen nutzen. Diese können dann gesammelt und von Marken genutzt werden, um eigene Analysen durchzuführen. Diese Methode befreit Hersteller davon, unterschiedlichsten Prüfstandards gerecht zu werden, die von den einzelnen Marken gefordert werden, und lässt ihnen mehr Zeit, sich auf Abhilfemaßnahmen und Kapazitätsentwicklung zu konzentrieren. Das genutzte Instrument ist das Facility Social Labour Module (FSLM), das zu den Werkzeugen des Higg Index gehört und Rapha durch die Mitgliedschaft in der Sustainable Apparel Coalition (SAC) zur Verfügung steht.

In diesem Zeitraum wurde Rapha Mitglied der Sustainable Apparel Coalition (SAC). Im kommenden Geschäftsjahr planen wir, strategische Lieferanten an Bord zu holen und mit dieser Plattform die Sozialaudits zu zentralisieren. Sobald die Daten komplett sind, wird Rapha daraus ein Bild der die Menschenrechte betreffenden Risiken in der Lieferkette ableiten und dort, wo es nötig ist, an Abhilfemaßnahmen und der Kapazitätsentwicklung arbeiten.

Mit vielen Zulieferern kooperiert Rapha bereits seit seiner Gründung. Um partnerschaftliche Beziehungen zu gewährleisten, unterstützen wir wo möglich die persönliche Kommunikation zwischen unseren Mitarbeitern und den Zulieferern auf allen Führungsebenen. Wir geben regelmäßige Prognosen ab, damit unsere Zulieferer Kapazitäten und Personalstand effektiv planen können, und informieren unsere Zulieferer über Änderungen an unserem gesamten Geschäftsmodell und über das erwartete Wachstum von Rapha. Wir regen offene Gesprächen mit unseren Zulieferern an, um unrealistische Kostenziele und Lieferzeiten zu vermeiden – Faktoren, die die moderne Sklaverei hervorrufen oder fördern können. Wir arbeiten an standardisierten Einkaufsprozessen für alle Produktströme, um unsere Beschaffungspraxis transparenter zu gestalten. Unsere Mitarbeiter besuchen unsere Zulieferer regelmäßig persönlich und inspizieren den Betrieb und alle seine Einrichtungen. Dadurch können wir aus erster Hand und regelmäßig den Zustand des Betriebes überprüfen. Unsere Mitarbeiter wissen genau, welche Standards für uns akzeptabel sind, und ihr Feedback nach einem Besuch trägt zur permanenten Beurteilung unserer Zulieferer bei. Bis heute hat es keinen Fall gegeben, bei dem ein Betrieb aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen ausscheiden musste.

Um die Mitwirkung und Verantwortlichkeit weiter zu stärken, wird die Kommunikation mit unseren Tier-1-Zulieferern auf die Mitglieder unseres Lieferketten-Teams verteilt. In diesem Zeitraum teilten wir auch die Tier-2-Zulieferer auf das Team auf. Wir haben das Team vergrößert, um sicherzustellen, dass wir besser denn je aufgestellt sind, um unsere Lieferkette zu unterstützen. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Anweisungen, Qualitätskontrollen und Sozialaudits von derselben Person angefordert und erhalten werden, sodass sich diese ein umfassendes Bild von den Leistungen des Zulieferers und eventuellen Missständen machen kann. Dieser Umfang der Beziehungen ermöglicht eine Kommunikation höchster Qualität. Außerdem wird es uns dadurch ermöglicht, neue, effektivere Arbeitsweisen einzuführen.

Rapha ist ein wachsendes Unternehmen und wir streben danach, unserer Verantwortung als Hersteller gerecht zu werden. 2018 schufen wir eine eigene Vollzeitstelle, die „Sustainability Lead“, und 2019 konzipierten wir auf unserer Homepage die Seite „Nachhaltigkeit bei Rapha“, um Raum dafür zu schaffen, Transparenz bezüglich unserer Lieferketten bieten zu können.

Ein Blick voraus

In der Zukunft wird unser Fokus darauf liegen, uns ein genaues Bild zu machen, das Wissen bezüglich unserer Lieferkette zu vertiefen und innerhalb unseres Unternehmens eine breitere Informationsbasis zu schaffen sowie für mehr Transparenz zu sorgen.

Wir werden an internen Schulungsmaßnahmen arbeiten und diese auf lange Sicht auf unsere Zulieferer ausdehnen. Zunächst werden wir hausinterne Schulungen durchführen, um unsere Kompetenz zu stärken und Zulieferer durch den Selbstbewertungsprozess der FSLM zu führen. Sobald wir einen Bedarf an Schulungen ausmachen, werden wir darauf aufbauen, wenn diese Daten vorliegen.

Der Abschluss unserer ersten Runde von FSLM-Selbstbewertungen wird uns außerdem erlauben, Bereiche zu erkennen, in denen wir mit Zulieferern zusammenarbeiten können, um ihre soziale Nachhaltigkeit zu verbessern.

Reaktion in der Lieferkette auf COVID-19

Dieser Bericht informiert über die Maßnahmen von Rapha während des Coronavirus-Ausbruchs 2020.

Uns ist bewusst, dass manche Arbeiter in unserer Lieferkette während der Corona-Pandemie stärker von moderner Sklaverei bedroht sein können.

Im Zentrum unserer Herangehensweise stand unser Bestreben, bereits in Produktion befindliche Bestellungen nicht zu stornieren und Stornierungen insgesamt gering zu halten. Bei allen zeitlichen Änderungen baten wir um Zustimmung, und wo es nötig war, bezahlten wir unsere Zulieferer im Voraus, um die Materialkosten abzudecken. Außerdem leisteten wir, wo immer es möglich war, frühzeitige Zahlungen für Waren.

Wir kontaktierten jeden einzelnen unserer Zulieferer, um herauszufinden, ob die veränderten Bedingungen ihre Möglichkeiten beeinflussten, unseren Verhaltenskodex einzuhalten. Dazu zählen Gesundheit und Sicherheit der Arbeiter sowie die Zahlung des vorgeschriebenen Krankengeldes. Wir baten sie um eine Rückmeldung bezüglich ihrer aktuellen Arbeitsbedingungen, darunter Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen, Heimarbeit und Maßnahmen der sozialen Distanzierung.

Änderungen bei Bestellungen ergaben sich aus einem veränderten Vertriebsumfeld. Mit unseren Teams für Lieferketten und Vermarktung (Auftragsplanung) führten wir eine interne Schulung bezüglich verantwortungsbewusster Einkaufspraktiken während der Coronakrise durch. Wir eröffneten einen Dialog mit allen Zulieferern und baten um Informationen, wie sie von Änderungen bei unseren Bestellungen betroffen waren – etwa hinsichtlich Cashflow, Arbeitslöhnen und Beschwerdestellen (als Teil unseres Verhaltenskodex). So, wie unserer Ansatz gestaltet war, konnten wir sicher sein, dass sich jeder Zulieferer als Teil eines fairen Prozesses fühlte. Es ist wichtig für Rapha, den Geist einer gleichberechtigten Partnerschaft mit unseren Zulieferern aufrechtzuerhalten und jederzeit für eine offene und ehrliche Kommunikation einzutreten. Wir sind davon überzeugt, dass dies eine Zusammenarbeit zum beidseitigen Vorteil erleichtert.

Als sich die Verkäufe erholten, erneuerten wir Bestellungen, die storniert oder aufgeschoben worden waren, und arbeiteten eng mit unseren Zulieferern zusammen, um sicherzustellen, dass sie die Mengen bewältigen konnten. Wir werden die Situation auch weiterhin beobachten.

In der kommenden Zeit werden wir die Situation weiterhin genau beobachten und regelmäßig Kontakt zu unseren Zulieferern halten. Wir haben allen Zulieferern einen Fragebogen zukommen lassen, um ein Feedback zu unseren Einkaufspraktiken während der Pandemie zu erhalten, sodass wir uns kontinuierlich verbessern können.

Wir werden in Kürze den Support für deinen Browser einstellen

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