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Boulder Junior Cycling

Die Rapha Foundation wurde Anfang dieses Jahres ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist der Aufbau einer besseren Zukunft für den Radsport durch Inspiration, Stärkung und Unterstützung der nächsten Generation von Rennfahrern. Boulder Junior Cycling erhielt in der ersten Runde eine Förderung.

22 November 2019


Boulder Junior Cycling ist ein ganzjähriges Radsportprogramm für Jugendliche in Boulder, Colorado. 2006 gegründet, lautet seine Mission, Nachwuchssportler zu inspirieren und auszubilden. In nur etwas mehr als einem Jahrzehnt hat es sich zu einem der größten und erfolgreichsten Nachwuchs-Radsportteams in den Vereinigten Staaten entwickelt. BJC kümmert sich um alle Kinder von drei bis 18 Jahren im Bereich Mountainbiking, Cyclocross und Straßenradsport; dazu wird derzeit ein Bahnradsport-Programm aufgebaut.

2018 verlieh USA Cycling dem Team der Titel „Nachwuchs-Club des Jahres“, dazu wurde BJC in jedem Jahr seit 2008 zum Exzellenz-Zentrum der USA bestimmt.

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Als sich Boulder Junior Cycling um das Stipendium bewarb, tat es dies mit vier Zielen. Um zu erfahren, wie diese durch die Förderung erreicht werden sollten, sprachen wir mit dem Geschäftsführer Pete Webber.

Ziel 1:


Die Teilnahme von Mädchen an BJC-Programmen erhöhen


Aktuell sind 15 % der Mitglieder von USA Cycling und 20 % der NICA-Mitglieder weiblich. Zum Vergleich: BJC hat in drei Jahren 20 % erreicht %, with the aim of reaching 40%

„Warum treiben Kinder Jugendsport? Einer der Hauptgründe ist, mit Freunden zusammen zu sein. Bei den Jungen ist es einfacher, weil zwanzig oder dreißig ihrer Freunde mit dem Radsport anfangen. Bei Mädchen ist die Anzahl kleiner, also werden sie nicht dieselbe Peergroup haben, die für Zusammenhalt sorgt. Hier haben wir bereits den größten Zuwachs an Teilnehmerinnen gesehen: wenn Mädchen bestärkt und ermutigt werden, ihre Freundinnen zum Beitritt zu bewegen. Das Ziel ist, einen Wendepunkt zu erreichen, wo sie Rad fahren wollen, weil es über die Ausübung oder das Training hinausgeht und zum sozialen Ventil und Lifestyle wird.“

Zu den Schritten, die BJC dahingehend unternehmen möchte, gehört, mehr Trainerinnen zu rekrutieren und auszubilden sowie Probestunden anzubieten, sodass die Mädchen es ohne Druck ausprobieren können, und Aufnahme-Programme zu schaffen, die für neue Fahrerinnen weniger einschüchternd sind.

Ein Beispiel dafür ist Meredith Miller, eine ehemalige Berufsradsportlerin, die über zehn Jahre lang Straßen- und Crossrennen fuhr. Miller ist eine leidenschaftliche Verfechterin des Radfahrens, und seit ihrem Rücktritt hat sie bei BJC Aufgaben als Trainerin und Mentorin übernommen und ist kürzlich auch seinem Freiwilligen-Vorstand beigetreten. Trotz eines Hintergrundes im Leistungssport betont sie, wie wichtig es ist, Talente aller Art zu coachen.

„Als ambitionierte Sportlerin seit meinem sechsten Lebensjahr empfinde ich es als großes Vergnügen und Privileg, dem Nachwuchssport etwas zurückzugeben. Ich wäre nicht der Mensch, der ich heute bin, ohne die Trainer, Teamkameraden und Mitarbeiter, die mich auf meinem Weg durch den Sport und das Leben unterstützt, unterrichtet und geleitet haben. Als Vorstandsmitglied und Coach/Mentorin etwas zurückzugeben ist wirklich erfüllend, da ich dabei zusehen kann, wie sich diese Kinder selbst entdecken – als Sportler und als Menschen. Auch wenn nicht alle BJC-Athleten Elite-Radsportler werden, werden alle, die das Programm absolviert haben, Fähigkeiten für das Leben entwickelt haben, die ihnen Orientierung bieten, wenn sie zu jungen Erwachsenen reifen. In erste Linie wird ihnen beigebracht, gute Menschen zu werden. Bei jedem Rennen und jedem Training kann man sehen, wie sehr diese Kids aufeinander aufpassen, füreinander da sind und sich gegenseitig den Erfolg wünschen. Es ist wirklich bemerkenswert, dass die Kinder das wesentliche Rüstzeug auf ihrem Lebensweg durch den Sport erwerben, und insbesondere durch den BJC.“

„Bei jedem Rennen und jedem Training kann man sehen, wie sehr diese Kids aufeinander aufpassen, füreinander da sind und sich gegenseitig den Erfolg wünschen. Es ist wirklich bemerkenswert, dass die Kinder das wesentliche Rüstzeug auf ihrem Lebensweg durch den Sport erwerben, und insbesondere durch den BJC.“

Das Programm des BJC entwickelt sich weiterhin positiv. Die Anzahl der Mountainbike-Programme ist auf 22% in diesem Jahr gestiegen. Besonders das Cross-Team ist erfolgreich: Anfang November ging es mit vier Mädchen der neuen Juniorinnenklasse 17-18 zu den Continental Championships in Ontario (Kanada), wo Madigan Munro von Boulder Junior Cycling den Titel holte.

„Madigan wird als Nummer eins der Juniorinnenklasse in Nordamerika gelistet und gehört zu den fünf Besten der Welt. Sie hilft dabei, eine Gruppe von Mädchen zu inspirieren, ihr nachzustreben, und zusammen werden sie immer schneller“, sagt Webber.

Ziel 2:


Das BJC-Programm ausweiten, um ein größeres Spektrum von Kindern zu erreichen.


Webber weiß, dass der Sport eine größere Bandbreite an Altersklassen, Talenten, Hintergründen und sozialen Kreisen ansprechen muss, um mehr Programme mit inklusivem Charakter zu entwickeln. Einige Möglichkeiten, inklusiver zu werden, sieht er darin, mehr Möglichkeiten zum Mitmachen anzubieten, die Kommunikation zu verbessern, Partnerschaften mit lokalen Schulen einzugehen, kostenlose Aktivitäten anzubieten, Transport per Kleinbus und kostengünstige saisonale Leihmöglichkeiten für Räder bereitzustellen.

„Wir schauen auf Fußball oder Schwimmen oder irgendeine andere etablierte Sportart und fragen uns: Warum melden sich Abertausende von Kids bei diesen Sportarten an? Radsport macht mindestens genauso viel Spaß. Aber Radsport ist immer noch ein Nischensport, verglichen mit den gängigen Sportarten, also müssen wir das Netz weiter auswerfen, wenn wir uns entwickeln wollen. Jünger anzufangen gehört dazu, ebenso, den Radsport besser zugänglich zu machen. Wir versuchen, ein Programm aufzustellen, dass die traditionellen Mainstream-Sportarten spiegelt. Das bedeutet regelmäßig geplantes Training nach der Schule, das mit dem Schulkalender in Einklang steht. Professionelle, gut ausgebildete Trainer, die bei den Eltern ein hohes Maß an Vertrauen erzeugen, dass das Programm sicher und effektiv ist.“

„Es geht nur darum, die Liebe zum Radfahren zu wecken und die Kinder in den Radsport einzuführen, in der Hoffnung, dass sie dabei bleiben, wenn sie größer werden.“

Boulder Junior Cycling hat kürzlich neue Programme für die Altersgruppen drei bis acht herausgebracht mit dem Ziel, die Reichweite zu vergrößern und mehr Kindern das Radfahren auf eine spaßige und lockere Art näherzubringen. Es war ein immenser Erfolg.

„Kaum hatten wir das Programm gestartet, gab es sofort ein reges Interesse. Dadurch waren wir sofort ermutigt. Wir haben zwei Levels – das erste Level heißt „Bike Play“ und ist für Kinder im Alter von drei bis fünf; einmal pro Woche lernen sie die Grundfähigkeiten des Radfahrens. Die nächste Gruppe von fünf bis acht heißt „Young Devo“ und konzentriert sich auf die Grundkenntnisse. Das hat nichts mit Radrennen zu tun, es geht nur darum, die Liebe zum Radfahren zu wecken und die Kinder daran heranzuführen, in der Hoffnung, dass sie dabei bleiben, wenn sie größer werden.“

BJC bietet auch einen saisonalen Radverleih an, um die Einstiegshürde zu beseitigen, die aus dem Eindruck entsteht, der Kauf eines Rades für ein Kind, das den Sport ausprobieren möchte, aber vielleicht nicht dabei bleibt, könne zu gravierend sein.

„Wenn die Familien selbst in den Radsport involviert sind, sehen sie die Investition in ein neues Fahrrad als wertvoll an, weil sie bereits um den Nutzen wissen, den das bringen kann. Aber wenn die Eltern keine langjährigen Radsportler sind, können sie sich nicht vorstellen, dass ein teures Rad, das sie für ein Spielzeug halten, eine schlaue Investition ist. Für uns würde das bedeuten, dass wir versäumen, jede Menge Kinder zu beteiligen – und gerade diese könnten die besten Sportler sein.“

Ziel 3:


Leistungssport-Programme des BJC verbessern, um weiterhin Spitzenfahrer zu entwickeln


Während BJC mehr Teilnehmer gewinnen möchte, indem es inklusiver wird, will es auch sein Leistungssport-Programm weiterentwickeln und mehr Möglichkeiten für Spitzenathleten anbieten. Zu diesem Zweck stehen die Trainerausbildung, der Kauf eines Kleinbusses für Fahrten zu Rennen und die Entwicklung ihres neuen Bahn-Programms auf der Agenda.

„Der Plan ist, die engagierten Athleten zu fördern, die auf nationalem oder internationalem Level Wettkämpfe bestreiten wollen. Wir glauben, dass ein erfolgreiches Programm beide Enden des Spektrums bietet, wo du Kurse hast, in denen es nur darum geht, Rad zu fahren und eine Liebe zum Radsport zu entwickeln – dort gibt es überhaupt kein wettbewerbsorientiertes Element. Und auf der anderen Seite gibt es ein sehr wettbewerbsorientiertes Element, bei dem der Rennsport im Fokus steht. Wir möchten beide Enden des Spektrums anbieten, da sie einander befruchten.

„Nimm zu Beispiel einen Mountainbiker, der ein schwerer, starker Junge ist und vielleicht die Berge nicht so schnell hochfährt, und schicke ihn zum ersten Mal auf die Radrennbahn, wo er sein erstes Rennen gewinnt – und er hat noch nie ein Mountainbike-Rennen gewonnen –, und plötzlich hat sich der Sport für ihn dramatisch verändert.“

– Pete Webber

BJC hat erkannt, dass ein zu starker Fokus auf den Leistungssport Athleten abschrecken könnte, die anfangs nur wegen des Spaßfaktors mitmachen, um dann ihre Liebe zum Wettkampf zu entdecken. Den Druck wegzunehmen, Wettkämpfe bestreiten zu müssen, hilft uns, die Teilnehmerzahl erst einmal zu erhöhen, wobei BJC zusieht, die Möglichkeiten für die Fahrer zu erweitern, die später den Wettbewerb suchen.

„Für mehr Wettkampfmöglichkeiten über die Staatsgrenzen hinweg zu reisen ist teuer, und Familien können das nicht alleine stemmen. Es ist auch logistisch schwierig, also bieten wir auf dieser Ebene mehr Unterstützung. Kürzlich haben wir einen Kleinbus gekauft, um die Kids zu Renneinsätzen zu fahren, und wir haben auch ein kostenloses Programm auf der Radrennbahn gestartet. Das dient dazu, den Kindern, die in den anderen Disziplinen Rennen fahren, dabei zu helfen, weitere Fähigkeiten zu entwickeln, die sie weiterbringen.

Ausgleich ist ein wiederkehrendes Thema bei BJC. Dieser offenere Zugang zu den Radsportdisziplinen dient verschiedenen Zwecken – er stellt sicher, dass die Sportler vielseitiger sind, und schafft eine Verbindung zu Aspekten des Sports, die zuvor unerforscht blieben. BJC bietet dies ohne zusätzliche Kosten an – Kinder, die einen Mountainbike-Kurs machen, werden mit auf Fahrten auf der Straße sowie auf die Bahn genommen, um die dortigen Taktiken und Techniken zu lernen.

„Ein echter Nutzen davon ist, die Sportler in die richtige, ihrem jeweiligen Talent entsprechende Disziplin zu bekommen. „Nimm zu Beispiel einen Mountainbiker, der ein schwerer, starker Junge ist und vielleicht die Berge nicht so schnell hochfährt, und schicke ihn zum ersten Mal auf die Radrennbahn, wo er sein erstes Rennen gewinnt – und er hat noch nie ein Mountainbike-Rennen gewonnen –, und plötzlich hat sich der Sport für ihn dramatisch verändert.“ Sie gehen super inspiriert und für den ganzen Sport motiviert daraus hervor.“

Ziel 4:


Erfahrungen und bewährte Verfahren an andere Nachwuchsprogramme im Radsport weitergeben


Abschließend wollte BJC sicherstellen, dass es nicht das einzige Programm ist, das von der Förderung profitiert, die es bekommen hat.

„Wir planen, unsere Website zu überarbeiten und eine Kategorie für Coaching-Ressourcen zu schaffen, um diese öffentlich zur freien Verfügung zu stellen. Das kann ein Lehrplan zu Erlernen des Radfahrens sein, das können Programmbeschreibungen sein, das kann ein Blick hinter die Kulissen sein, zum Beispiel, wie man eine Haftpflichtversicherung für den Jugendradsport bekommt.“

Das Engagement als solches gilt der breiteren Radsportgemeinschaft und nicht nur den jungen Fahrern, die ein Trainingsprogramm bei BJC in Colorado absolvieren können.

„Mit unserem Wachstum sind wir auch bestrebt, unsere Programme als Open-Source-Version zu belassen und unsere bewährten Methoden weiterzugeben, sodass sich positive Veränderungen multiplizieren und über unsere Region hinweg reichen. Leider gibt es aktuell nur eingeschränkte Modelle für Initiativen im Jugendradsport. Die offensichtliche Ausnahme ist NICA, die federführend bei exzellenten MTB-Highschool-Programmen ist, aber NICA ist nicht außerhalb von Schulen aktiv und nimmt nicht am Cyclocross, Straßen- oder Bahnradsport teil. Mit besseren Ressourcen werden wir in einer guten Position sein, unsere Erfolge zu teilen.“

Die Mission der Rapha Foundation ist der Aufbau einer besseren Zukunft für den Radsport durch Inspiration, Stärkung und Unterstützung der nächsten Generation von Rennfahrern. Wir werden die direkte Finanzierung gemeinnütziger Basisorganisationen übernehmen, die benachteiligte Gruppen in den Sport einführen. Wir werden uns für diese Organisationen einsetzen und aufstrebende Rennfahrer auf dem Weg von der heimatlichen Trainingsrunde bis zum Podium an der Spitze des Sports begleiten. Wir werden dies weltweit tun.

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