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Panache 2017

Panache 2017

Zu Ehren der mutigsten und leidenschaftlichsten Fahrer 2017

29 December 2017

Dabeisein ist alles, sagt man, doch bei Radrennen geht es um mehr als nur ums Mitfahren. Den Mut aufbringen, das Rennen zu gestalten, mit Leidenschaft kämpfen – die sind die Qualitäten, die wir jedes Jahr mit unseren Panache Awards auszeichnen. Seit acht Jahren ehren wir Fahrerinnen und Fahrer, die dem Radsportjahr besonders großartige Momente geschenkt haben – ebenso auf dem Pflaster der Klassiker wie am steilen Angliru. Wir haben unsere Freunde um ihre Auswahl für 2017 gebeten.
Nenne uns deine Favoriten unter #panache2017.

Peter Sagan

Mailand–San Remo
Nominiert von Juan Antonio Flecha (ehemaliger Profi und Eurosport-Kommentator)

Überraschung! Der Puncheur des Pelotons war 2017 wieder sehr angriffslustig. Doch neben all den Schlagzeilen dieses Jahres ist es Sagans zweiter Platz bei Mailand–San Remo, der Aufmerksamkeit verdient. „Vom Gipfel des Poggio bis ins Ziel fuhr er ein unglaublich spannendes Rennen“, erklärt Flecha. „Anstatt auf den Sprint zu warten, riskierte er eine Attacke. Er verlor die Classicisima, doch dabei bot er eine unvergessliche Show.“

– Kasia Niewiadoma

OVO Energy Tour of Britain, erste Etappe
Nominiert von Elena Cecchini (CANYON//SRAM)

Als sie im Einteiler der polnischen Meisterin mit nur einem Gel in der Tasche an den Start der 150-km-Etappe rollte, zog Niewiadoma den skeptischen Blick von CANYON//SRAMs Elena Cecchini auf sich. „Ich sagte ihr, dass sie mehr Gels brauchen würde, woraufhin sie sagte: ,Oh, es wird doch nur eine langweilige Flachetappe heute‘.“ Ob sie geblufft hatte oder nicht – 47 km vor dem Ziel setzte sich Niewiadoma von der Spitze aus ab. „Niemand fuhr ihr hinterher, weil alle dachten, sie sei total verrückt und würde es alleine nie schaffen“, sagt Cecchini. Die WM3-Fahrerin schaffte es – beinahe zwei Minuten vor dem Feld und mit einem ausreichend großen Puffer, um vier Tage später auch die Gesamtwertung zu gewinnen.

Larry Warbasse

Tour de Suisse, vierte Etappe
Nominiert von Andy Fenn (Aqua Blue Sport)

Warbasse jagte seinem ersten Profisieg jahrelang hinterher, und sein wichtigstes Ziel für die Saison 2017 war, den Erfolg endlich zu fassen zu kriegen. Am vierten Tag der Tour de Suisse, auf einer hügeligen Strecke zwischen Bern und Villars-sur-Ollon, schaffte er es in die Fluchtgruppe. „Warbasse attackierte alleine am letzten Anstieg“, erklärt sein Teamgefährte Fenn. „Er war der einzige Fahrer aus der Gruppe, der dem Feld entkommen konnte, und er kam so ins Ziel, wie es am besten ist – alleine. Ein Typ, der es immer wieder versucht und nie aufgibt.“

Pauline Ferrand-Prévot

Druivencross
Nominiert von Tiffany Cromwell (CANYON//SRAM)

Unter den Klassikern im Cyclocross-Kalender gilt das belgische Druivencoss als besonders schwierig mit steilen, schlammigen Anstiegen, kaum fahrbaren Abhängen und extremen Kehren. Noch schwieriger wird es, wenn es dein zweites Crossrennen in 18 Monaten ist.“ Ferrand Prevot startete ganz hinten“, erklärt Cromwell. „Sie kämpfte sich nach vorne und kassierte ihre Konkurrentinnen nach und nach ein. Sie ließ alle anderen Fahrerinnen hinter sich und fuhr mit ausgestreckten Armen solo durchs Ziel.“

Geraint Thomas

Tirreno-Adriatico, zweite Etappe
Nominiert von Simon Mottram (Gründer und Geschäftsführer von Rapha)

Die Saison des Walisers verlief anders als erwartet, und dass er Giro und Tour aufgeben musste, war angesichts seiner Leistungen im Frühjahr noch enttäuschender. Auf der zweiten Etappe von Tirreno-Adriatico zeigte er solch eine Leistung. Das Team Sky hatte im Zeitfahren am Tag zuvor Zeit verloren, doch Thomas fuhr furchtlos in Richtung Pomarance. Mit 224 km in den Beinen und fünf weiteren bis zum Ziel ging er mit Bob Jungels im Schlepptau zum Angriff über. Doch selbst Jungels im Rosa Trikot konnte nicht an G dranbleiben. Er zog davon und fuhr, in den Himmel boxend, mit neun Sekunden Vorsprung über die Linie.“

Aaron Gwin

UCI Downhill World Cup Canada
Nominiert von James Fairbank (Rapha Head of Brand)

Schneid im Radsport kommt in unterschiedlichen Formen und mit jeglicher Reifenbreite. Beim Downhill-Worldcup von Mont-Sainte-Anne, einem Skigebiet außerhalb von Quebec, konnte man viel davon sehen. Bei strömendem Regen brauchte Gwin vier Minuten und 18 Sekunden für die Abfahrt. Er siegte mit weniger als einer Sekunde, und in jeder Kurve schien er die Gesetze der Physik außer Kraft zu setzen. Innenkurven, Drifts auf beiden Rädern und furchteinflößendes Tempo auf den Geraden, alles ohne jede Rücksicht auf die Witterungsbedingungen – Gwins Fahrt wird in die Geschichtsbücher eingehen.

Philippe Gilbert

Flandern-Rundfahrt
Nominiert von Brendan Quirk (Präsident von Rapha Nordamerika)

Angesichts eines Sturzes, der die Verfolger Peter Sagan, Oliver Naesen und Greg Van Avermaet zu Boden gehen ließ, fragten sich die Radsportfans, ob es Philippe Gilbert als Solist bis ins Ziel geschafft hätte. Es spielte keine Rolle: Im leuchtenden Trikot des Belgischen Meisters attackierte Gilbert am Kwaremont, atemberaubende 55 km vor dem Ziel. Von einer Welle der Begeisterung ins Ziel getragen, rundete der Eber der Ardennen seinen ersten Flandern-Sieg mit einer besonderen Geste ab: Er reckte sein Rad in die Luft und überquerte die Linie zu Fuß. Panache pur, dieser Belgier – aber nicht mit der Limonade zu verwechseln.

Tom Pidcock

Britische Kriteriumsmeisterschaft
Nominiert von Tom McMullen (Rapha Communication Manager)

Pidcockwurde ziemlich offen als große Zukunftshoffnung des britischen Radsports bezeichnet, und er hat das ganze Jahr über für Aufsehen gesorgt. Unter den Siegen des Jungstars war ein Beispiel großen Kampfgeistes bei der nationalen Kriteriumsmeisterschaft in Sheffield. Der 17-Jährige attackierte einen Kilometer vor dem Ziel und setzte sich so kraftvoll und geschickt ab, dass keiner der Verfolger an ihn herankam. Als Pidcock um jene letzte Kurve fuhr, verkörperte er die Kühnheit der Jugend in Reinform.

Elisa Longo Borghini

Strade Bianche
Nominiert von Harry Dowdney (Rapha Content Manager)

Die kalkigen Schotterwege der Strade Bianche sind selten ohne Dramatik. Auch als Eröffnungsrennen der UCI WorldTour der Frauen 2017 wurde die legendäre Strecke ihrem Status gerecht. Longo Borghini im Dienst von Wiggle High5 machte sich mit fünf anderen Fahrerinnen auf und davon, als das zersplitternde Peloton die siebte der acht Schotterpassagen erreicht hatte. Sie war bereits einmal gestürzt und musste das Rad wechseln, bevor sie zum Peloton aufschließen konnte. In der Einfahrt nach Siena holte ein gefährliches Duo aus Lucinda Brand und Shara Gillow die Spitzengruppe ein und flog an ihr vorbei. Doch die Italienerin blieb cool. Sie holte die beiden zurück und hängte alle am verheerenden Schlussanstieg mit 18 % hoch zur Piazza ab.

Alberto Contador

Strade Bianche
Nominiert von Harry Dowdney (Rapha Content Manager)

Ob man ihn liebt oder hasst – Alberto Contador wird in den Bergen fehlen. El Pistolero lieferte bei seinem letzten Rennen ein Dauerfeuer von Attacken ab, doch ohne Erfolg. Aber seine letze Kugel hatte er sich für den schwersten Anstieg von allen aufgehoben: den Alto de l’Angliru. Er schoss die gefährliche, nasse Abfahrt des vorletzten Anstiegs hinunter und bewies die Tapferkeit und das Herz eines Champions, indem er im Regen den Angliru zu einem letzten Solosieg hinauftanzte. Was heißt „Panache“ auf Spanisch?

AG2R

Tour de France, Etappe 15
Nominiert von Jack Saunders (Rapha Art Director)

Unsere letzte Nominierung für den Panache Award geht an das komplette Team AG2R für ihren Überraschungsangriff auf der 15. Etappe der Tour. 40 km vor dem Ziel tauchten die Jungs in Blau und Braun plötzlich an der Spitze des Feldes auf und legten solch ein fürchterliches Tempo vor, dass Chris Froome im Gelben Trikot abgehängt wurde. Als der große Belgier Oliver Naesen vorne Tempo machte, lag Froome zeitweise 45 Sekunden zurück. Doch das Team Sky kam zu Atem und konnte seinen Kapitän wieder nach vorne bringen. Der Hinterhalt von AG2R war gescheitert, doch wir honorieren ihren Mut. Immerhin versuchten sie es – anders als der Rest.

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