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Die Tour zu planen ist eine Kunst: Gefragt ist eine Balance aus spannenden Tagen im Hochgebirge und rasanten Sprintetappen, die die Fans unterhält und den Fahrern gerecht wird. Am Vorabend des großen Rennens beschäftigt sich die zweite Ausgabe des digitalen Doppio mit seinen einundzwanzig Etappen.

Le Parcours ist nicht zu verwechseln mit den Strecken todesmutiger urbaner Hindernisläufer, sondern das große Projekt, in dem man in der Pariser Zentrale der A.S.O. ein Jahr lang arbeitet. Die Strecke der Tour festzulegen ist eine wahre Kunst. Die Streckenplaner müssen die entlegenen Ecken Frankreichs berücksichtigen, ein Gleichgewicht zwischen Bergen und Flachland herstellen und vor allem dafür sorgen, dass die Schwierigkeiten der Route nicht allzu viele Teilnehmer scheitern lassen.

Lange Transfers ermöglichen es dem Rennen, die schönsten und interessantesten Regionen des Landes zu besuchen, rauben den Fahrern jedoch wertvolle Regenerationszeit. Bergankünfte haben immer einen Schlag bei den Fans, können aber ein schwerer Schlag für die Fahrer sein, wenn sie im Schnee hochfahren müssen. Ein Radrennen zu organisieren ist ein Drahtseilakt. Es ist die Aufgabe des Franzosen Thierry Gouvenou und seines Teams ehemaliger Radprofis, das größte Rennen von allen zu gestalten. Hier ist ihre neueste Schöpfung.

01.

Brüssel – Brüssel

6.7.2019 – 192 km

 

Die Tour erweist dem fünfmaligen Sieger Eddy Merckx die Ehre und startet in Brüssel. Die Fahrer werden über zwei flämische Berge fliegen, doch sie dürften sie kaum bemerken – am Ende sollte alles wieder zusammenlaufen, und ein flacher Sprint wird über den ersten Träger des Gelben Trikots entscheiden.

02.

Brüssel – Brüssel

7.7.2019 Mannschaftszeitfahren – 27,6 km

 

Ein frühes Mannschaftszeitfahren, das die Klassementfahrer auffächert. Das Mannschaftszeitfahren ist die unkonventionellste Etappe einer großen Rundfahrt und bringt die kombinierte Stärke jedes Teams zum Vorschein. Die Uhr hört auf zu ticken, wenn der vierte Mann über die Linie rollt. Und mindestens ein Team dürfte aufhören, auf die Gesamtwertung zu hoffen.

03.

Binche – Épernay

8.7.2019 – 214 km

Bis bald, Belgien – wir sind zurück in Frankreich, wo ein weiterer Leckerbissen für die Sprinter wartet. Im Finale geht es jedoch leicht bergauf, sodass die Etappe weniger leicht sein dürfte, als es den Anschein hat. Wer auch immer den Korken knallen lässt, es wird ein regionales Erzeugnis sein: Wir sind in der Champagne!

04.

Reims – Nancy

9.7.2019 – 215 km

Grand-Tour-Fahrer sind Gewohnheitstiere, und diese Etappe wird dafür sorgen, dass sie wieder reinkommen. Sie ist fast ebenso lang wie gestern und dürfte ebenso im Sprint enden. Interessant könnten Ausreißer sein, die sich Punkte in der Bergwertung holen wollen, um aufs Podest zu kommen.

05.

Saint-Dié-des-Vosges – Colmar

10.7.2019 – 169 km

Hinein in die Vogesen, Frankreichs fünftes und oft übersehenes Gebirge. Bislang wurden an jeder besseren Brücke Bergpunkte vergeben, doch heute wird das anders. Vier beachtliche Anstiege mit teils ziemlich deutsch klingenden Namen werden dafür sorgen, dass diese Etappe an einen abenteuerlustigen Baroudeur geht – vielleicht sogar das Gelbe Trikot.

06.

Mulhouse – La Planche des Belles Filles

11.7.2019 – 157 km

Die erste Bergetappe wird das Klassement mit Sicherheit auf den Kopf stellen. Alle Augen werden auf den Schlussanstieg zur Planche des Belles Filles gerichtet sein. Der Anstieg wurde nach den Birken der Gegend benannt und nicht nach schönen Mädchen – so die wörtliche Übersetzung. Sein Bezwinger wird leider dennoch auf dem Podium von zweien geküsst werden. Doch wer wird dieser Sieger sein?

07.

Belfort – Chalon-sur-Saône

12.7.2019 – 230 km

Im Kampf ums Klassement sind die ersten Schüsse gefallen, doch bevor die Scharmützel zu einer echten Schlacht ausarten, verlassen wir die Berge und begeben uns in die Saône-Ebene. Wer grün vor Neid auf Sagans Sprintertrikot ist, kann auf den letzten 40 km zwei Mal um wichtige Punkte kämpfen.

08.

Mâcon – Saint-Étienne

13.7.2019 – 199 km

Wenn Rennveranstalter ein Etappenprofil wie dieses sehen, reiben sie sich voller Freude die Hände. Auf jeden schweren kategorisierten Anstieg kommt eine versteckte, ebenso schreckliche und nicht klassifizierte Abfahrt. Das Sägezahnprofil dürfte einem abgehärteten Ausreißer liegen, wird die Klassementfahrer jedoch nicht hervorlocken.

09.

Saint-Étienne – Brioude

14.7.2019 – 170 km

Mit ständigem Auf und Ab, jedoch nicht so wellig wie gestern, dürfte die neunte Etappen den stärkeren Sprintern entgegenkommen und jene distanzieren, denen die Luft ausgeht. Es ist ein Zeugnis seiner Dominanz der Sprintwertung im letzten Jahrzehnt, dass solch eine Prüfung als „typische Peter-Sagan-Etappe“ bezeichnet wird.

10.

Saint-Flour – Albi

15.7.2019 – 218 km

Am letzten Abschnitt einer schweren zehntägigen Rennphase wird sich das Peloton darüber freuen, den Zielstrich in Albi zu erreichen. Bevor es dort ankommt, muss es freilich eine kniffelige Etappe überstehen, deren Straßen sich größtenteils auf über 1.000 Meter Meereshöhe befinden. Den Sieg könnte eine Soloflucht oder ein starker Sprint bringen.

11.

Albi – Toulouse

17.7.2019 – 167 km

Nach dem gestrigen Ruhetag wird es etwas dauern, bis die Beine wieder in Schwung kommen. Eine kleine Gruppe mutiger Fahrer wird versuchen, den Absprung zu schaffen, doch die Etappe dürfte an einen Sprinter gehen – zumal, wenn sein Team noch vollzählig ist.

12.

Toulouse – Bagnères-de-Bigorre

18.7.2019 – 214 km

Auf den letzten Kilometern der gestrigen Etappe waren sie schon am Horizont zu sehen, doch heute rücken sie in den Vordergrund: Willkommen, Pyrenäen. Zwei klassische Anstiege machen den Anfang, gefolgt von einer rasenden Abfahrt. Bleib’ im Sattel, Richie Porte!

13.

Pau – Pau

19.7.2019 – 27 km

Es gibt nicht viele Zeitfahrsekunden in diesem Rennen, dies ist also eine wichtige Etappe. Wenn Fahrer wie Thomas und Porte in den Bergen keine Zeit herausfahren konnten, müssen sie es hier versuchen. Und an Romain Bardet und Thibaut Pinot gerichtet: Haltet die Fahne Frankreichs hoch!

14.

Tarbes – Tourmalet

20.7.2019 – 117 km

Mit zwei Anstiegen, die auf der Strecke der allerersten Tour-Etappe in diesem Gebirge lagen, ist dies der perfekte Pyrenäen-Tag. Der Tourmalet sah das Rennen unzählige Male vorbeiziehen, heute jedoch erlebt er seine dritte Bergankunft. Teams, die unter Geldnot leiden, aufgepasst: Der Sieger bekommt 5.000 Euro.

15.

Limoux – Foix

21.7.2019 – 185 km

Die Etappe verlässt Limoux in westlicher Richtung und führt über drei große Anstiege, die vom regionalen Vorbereitungsrennen entliehen werden, der Tour d’Occitanie. Am Ende steht die Bergankunft hoch über Foix – ob der spanische Einfluss in dieser Gegend einen iberischen Fahrer inspirieren wird?

16.

Nîmes – Nîmes

23.7.2019 – 177 km

Heute genießen wir die regionalen Höhepunkte römischer Baukunst, bevor die muskelbepackten Gladiatoren des Pelotons um den Etappensieg ringen. Vielleicht kann sich ja Elia Viviani mit seinen Aero-Lippen den Sieg schnappen.

17.

Pont du Gard – Gap

24.7.2019 – 206 km

Ein hügeliger Tag, der die Alpen ankündigt. Zehn Kilometer vor dem Ziel überqueren die Fahrer den Col de Sentinelle, und im Anstieg könnte sich eine kleine Fluchtgruppe absetzen. Die Abfahrt in die Stadt wird schnell und riskant sein, wenn die Fahrer dem Ziel in der traditionsreichen Tour-Stadt Gap entgegensausen.

18.

Embrun – La Planche

25.7.2019 – 207 km

Vor nicht allzu langer Zeit hätten die Mechaniker angesichts dieses Trios von Bergriesen Dreifachkurbeln montiert. Mit dem Izoard und dem mächtigen Galibier auf der Speisekarte macht diese Etappe eher Appetit auf Landschaftsgenuss als auf Radfahren. Hier Rad zu fahren wird aber dennoch spektakulär sein.

19.

Saint-Jean-de-Maurienne – Tignes

26.7.2019 – 123 km

Die Tour verfolgt den aktuellen Weg kurzer Bergetappen mit dieser Quälerei nach Tignes. Die ersten 89 Kilometer führen nahezu komplett bergauf, bis auf dem Gipfel des Iséran das Souvenir Henri Désgrange vergeben wird. Kann der erste Fahrer, der jenen Gipfel erreicht, seinen Vorsprung bis Tignes halten?

20.

Albertville – Val Thorens

27.7.2019 – 131 km

Jeder, der die Étape du Tour gefahren ist, wird diese Etappe von Anfang bis Ende anschauen wollen. Die Profis fahren exakt die gleiche Strecke wie die Hobbyradler eine Woche zuvor, dürften die Distanz jedoch eher kurz finden. Dennoch weist die Etappe über 4.000 Klettermeter auf, womit die Savoyen der Gesamtwertung ihren Stempel aufdrücken.

21.

Rambouillet – Paris

28.7.2019 – 127 km

Der letzte Akt. Acht Runden auf den Champs-Élysées, danach das Sprintfinale. Die Tradition schreibt vor, dass die Etappe wie eine Prozession beginnt, die viel Zeit lässt für wohlverdientes Schulterklopfen. Bevor die Sprinter ihr Feuerwerk zünden, lassen sich Klickpedale mit Punktemuster und blütenweiße Radshorts bewundern.

Rapha Doppio

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