
Lerne Maghalie kennen
Erfolgreich sein ohne zu viel des Guten – die ganz neue Kollektion Maghalie Rochette wird komplett aus Überschussmaterial gefertigt, das von vorherigen Saisons übrig geblieben ist
08. Oktober 2023
Nachdem sie ein Jahr lang mit Verletzungen und Überanstrengung zu kämpfen hatte, erkannte Maghalie, dass ihre Rückkehr in den Rennsport viel weniger erforderte, als sie zunächst angenommen hatte. Was ihr vorher noch als wichtig erschien, sah sie auf einmal in einem neuen Licht: Weniger ist mehr – der Fokus liegt nun auf dem Wesentlichen. Mit verbessertem Set-up und einem neuen Ansatz geht Maghalie in die kommende Saison, wobei sie all das zum Erfolg nutzen will, was sie schon in petto hat.

Wie kam es dazu, dass du deine eigenen Ansprüche an den Rennsport zurückgeschraubt hast?
"Letztes Jahr hatte ich mit mehreren Krankheiten und massiver Überanstrengung zu kämpfen – und zu allem Überfluss kamen noch einige schwere Verletzungen hinzu. Ich musste mich für eine Weile aus dem Sport zurückziehen, um wieder zu Kräften zu kommen, und hatte währenddessen Zeit, mein Training noch einmal zu überdenken. Auf den ersten Blick sah es so aus, als könnte ich den Anforderungen des Sports nicht mehr gerecht werden. Aber als ich langsam wieder fit wurde, wurde mir klar, dass das nicht der Fall war. Ich liebte den Sport immer noch, und ich liebte es nach wie vor, Rennen zu fahren und zu trainieren.
Aber ich fing an, mit einigen Aspekten zu hadern, die das Ganze mit sich bringt: die schwierige logistische Herausforderung und die neun Monate, die man jedes Jahr von zu Hause weg ist. Also steckten mein Mann und ich unsere Köpfe zusammen und schrieben eine Liste mit allen Kritikpunkten. Anschließend beschlossen wir, einen Neuanfang zu wagen. Es hat uns einiges an Arbeit gekostet, von dem, was wir bisher gemacht haben, Abstand zu nehmen, aber wir haben alles so umstrukturiert, dass wir herausfinden konnten, was wir wirklich brauchen."

Welche Lehren hast du aus dem vergangenen Jahr gezogen?
"Eines der wichtigsten Erkenntnisse dieser Zeit ist, dass ich eigentlich von Haus aus glücklich bin. Ich habe ein gutes Leben, ich kann mich glücklich schätzen, und ich liebe es, Rad zu fahren. Wenn man mal etwas Abstand vom Radrennsport nimmt, merkt man, wie trivial er doch eigentlich ist. Er macht mir einfach Spaß, und ich bin gerne ein Teil davon. Das hat mir geholfen, meine persönlichen Gründe für den Rennsport zu hinterfragen.
Jetzt versuche ich, mein Ego (und mein Renn-Ego) ein wenig zurückzuschrauben. Wenn ich an der Startlinie stehe, bin ich nach wie vor nervös, und das mag ich. Aber ich versuche, mir nicht mehr den Druck von „Erfolg oder Niederlage“ aufzuerlegen. Für mich geht es im Rennen nicht mehr nur um Platz eins oder Platz zwei. Ich frage mich inzwischen: „Wie kann ich dieses Rennen als eine bessere Rennfahrerin beenden, als ich es begonnen habe?“ Mit dieser Einstellung bleibt kein Platz für Enttäuschungen – es ist eine viel offenere Herangehensweise, mit der ich Risiken eingehen kann und die mich am Ende zu mehr Leistung anspornt."



Was versprichst du dir für die Zukunft in Sachen Nachhaltigkeit und Radrennen?
"Zunächst einmal muss ich das Offensichtliche ansprechen. Ich komme mir ein wenig scheinheilig vor, wenn ich über ökologische Nachhaltigkeit spreche, aber mein Job darin besteht, zu reisen, um Radrennen zu fahren. Mir ist bewusst, dass das paradox ist. Also frage ich mich: Wie kann ich es besser machen?
Ich glaube, dass eine Anpassung des Rennkalenders mit dem Ziel, die Entfernung zwischen den einzelnen Veranstaltungen zu verringern, enorme Auswirkungen haben könnte. Meiner Meinung nach ließe sich das relativ leicht bewerkstelligen, und es würde vor allem auf globaler Ebene einen Unterschied machen. Genau das berücksichtige ich auch bei der Ausarbeitung meines eigenen Kalenders.
Nachhaltigkeit hat eine weitaus größere Bedeutung als nur für die Umwelt. Wie kann ich mein Training und meine Rennen nachhaltig gestalten? Für mich bedeutet das, dass ich mir meiner aktuellen Bedürfnisse und Gefühle bewusst bin. Ich habe den Eindruck, dass ich mich in der Vergangenheit zu sehr in marginalen Verbesserungen und winzigen Details verrannt habe. Aber das kostet letztlich wertvolle Willenskraft, und ich frage mich, ob es mir wirklich etwas bringt. Inzwischen habe ich die zahlreichen überflüssigen Kleinigkeiten reduziert und mich auf das Wesentliche konzentriert – und das halte ich auf lange Sicht für viel nachhaltiger.

Hast du in dieser Saison ein Lieblings-Teil deines Outfits?
"Das Trikot! Ich liebe diese Farbkombi. Und ich finde es toll, dass es aus überschüssigem Material besteht. Es gibt mir ein gutes Gefühl und erinnert mich ständig daran, dass ich nicht mehr als nötig brauche. Und dass das, was ich habe, mir völlig ausreicht und dass ich damit arbeiten kann. Es macht mich einfach glücklich."

Wie würdest du deine Gefühle zu Beginn dieser Saison beschreiben?
"Glücklich, ruhig, gelassen und fokussiert. Ehrlich gesagt gefällt mir das Ganze sehr gut, und ich bin gespannt, was ich damit alles erreichen kann.
Die Kollektion
Die brandneue Kollektion Maghalie Rochette wird komplett aus Überschussmaterial vergangener Saisons gefertigt. Das Design ihrer Kollektion der neuen Saison wurde von all den Rennkursen inspiriert, auf denen sie gefightet hat – es lohnt sich also, einen Blick drauf zu werfen.


