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Gemeinsam unterwegs

Die Erlebnisse am Wegesrand, die Orte, an denen man übernachtet und die Menschen, denen man auf der Reise begegnet – all das schweißt zusammen, wenn man gemeinsam unterwegs ist. In Oregon und Colorado waren fünf Fahrerinnen auf ihrer eigenen Reise über Abschnitte des legendären TransAmerica Trail unterwegs.

22 June 2021

Frühmorgens an einem Dienstag im Mai machte sich die Fotografin und Bildjournalistin Rue Kaladyte auf den Weg von Prineville nach Dayville – eine viertägige Radreise durch den Ochoco National Forest. Für die wenigen Mutigen, die sich daran machen, die Vereinigten Staaten mit dem Rad zu durchqueren, stellen die atemberaubenden 100 Meilen durch das Herz Oregons entweder die ersten oder die letzten paar Tage ihrer Reise dar, je nachdem, in welcher Richtung sie fahren. Eindrucksvolle Felsformationen zeichnen die Strecke aus, die von hohen Kiefern gesäumt wird. Unterwegs mit ihr waren zwei Fahrerinnen, für die mehrtägige Bikepacking-Trips nichts Neues sind.

Rie Sawada hat schon Hunderttausende von Kilometern absolviert und kennt die ganze Welt vom Fahrradsattel aus. Sie war ebenso in den Straßen von Nagoya wie in den Wäldern Brandenburgs unterwegs und ist nun in Portland gelandet. Wo immer sie unterwegs ist, geht sie ihren zwei Leidenschaften nach: Kaffee trinken und Fahrrad fahren. Zwar kann das Leben als Globetrotterin einsam sein, doch Rie hat die Erfahrung gemacht, dass sie beim Bikepacking leichter mit Menschen in Kontakt kommt.

„Bikepacking ist ein Kommunikationswerkzeug. Es macht es mir leichter, mit Menschen zu kommunizieren, zumal mein Englisch nicht so sicher ist. Auf einer Radtour kommst du leichter mit Leuten in Kontakt. Übers Radfahren zu reden ist leicht.“

Mit ihnen auf der Strecke war die begeisterte Radfahrerin Molly Sugar, die sich in der Basisarbeit engagiert und sich in der Radsportgemeinde für mehr Inklusivität und Gleichheit einsetzt. Trotz ihres vollen Terminkalenders mit Friends on Bikes und Radical Adventure Riders kann Molly dem Reiz eines Bikepacking-Trips nicht widerstehen. Jede Person, mit der sich Molly in die Wildnis wagt, ist eine Bereicherung für ihre Erlebnisse auf der Strecke — und Rie gehört auch dazu.

„Sobald man gemeinsam dort draußen ist, überkommt einen dieses Gefühl der Ruhe. Es ist leichter, zu einer anderen Frau eine Verbindung aufzubauen. Es macht uns stärker, andere Frauen dazu zu bringen, Rad zu fahren, etwas zu tun, das sie sonst vielleicht nicht tun würden, denn es ist nicht gerade üblich, dass Frauen zusammen Touren fahren.“

Ein paar Wochen später sind Molly und Rie unterwegs zu neuen Abenteuern, und Rue macht sich auf den Weg nach Colorado. Die nächste Etappe ihrer Reise führt sie von Frisco nach Fairplay über den Hoosier-Pass, der einen spektakulären Blick über die Rocky Mountains erlaubt. Dort trifft sie ihre Partnerin, die Ultralangstreckenfahrerin Lael Wilcox, die oft im Delirium des Trans Am Bike Race in diesen Bergen unterwegs ist. Bei ihrer Triumphfahrt 2016 brauchte Lael für die komplette Strecke des Rennens nur 18 Tage und ein paar Minuten. Dieses Mal in etwas ruhigerem Tempo unterwegs, erinnert sich Lael an jene qualvollen Morgenstunden, als sie nichts anderes im Sinn hatte, als ihren Vorsprung auszubauen.

„Wenn ich im Rennen bin, wache ich nach zwei Stunden Schlaf auf und fühle mich, als hätte mir jemand mit dem Baseballschläger auf die Knie gehauen, aber ich muss aufs Rad. Die ersten 20 Minuten fühle ich mich sterbenselend, aber dann werde ich warm und bin gut drauf. Es ist unglaublich, dass du 20 Stunden am Tag Rad fahren kannst, und eine Stunde fühlst du dich schrecklich und die nächste Stunde großartig.“

An dem hohen Gebirgspass auf der Straße nach Fairplay schließen sich den beiden Stephanie Puello und Krystal Salvent an, zwei Fahrerinnen, die Teil der Initiative „Black Girls Do Bike“ sind. Stephanie gründete das Chapter der Organisation in Denver, wo Krystal als begeisterte Mountainbikerin im letzten Sommer aktiv wurde. Zusammen inspirieren und unterstützen die beiden schwarze und farbige Frauen ihrer Gemeinschaft dabei, mit dem Radsport anzufangen. Als sie mit Lael über ihre Arbeit spricht, erklärt Stephanie, warum es so wichtig ist, eine Radsport-Community für schwarze Frauen aufzubauen.

„Es ist ein Raum, in dem wir Fragen stellen konnten, die du vielleicht nicht in einem Radladen oder gegenüber jemandem mit anderer Hautfarbe stellen würdest. Es gibt Dinge, die andere Leute einfach nicht verstehen. Etwa die Frage, wie wir unsere Haare unter den Helm kriegen. Das ist etwas, das typisch für schwarze Frauen ist.“

Auch wenn sie sich vor dieser einen Reise noch nie begegnet sind, ist es kein Zufall, dass Lael, Stephanie und Molly 2016 denselben Trail zur selben Zeit befuhren, jede mit ihrem eigenen Ziel. Molly wollte einfach quer durchs Land fahren, Stephanie war auf dem Weg, als erste schwarze Frau die komplette Strecke zu absolvieren, und Lael war dabei, den größten Rennsieg ihrer Karriere zu erringen und als erste Frau das Trans Am Bike Race zu gewinnen. Was auch immer uns aufs Rad bringt – oft sind es die Menschen, mit denen wir das Erlebnis teilen, die uns neue Perspektiven eröffnen und die Fahrt zum Abenteuer machen. Auf welcher Strecke du auch unterwegs bist – all jene, die schon vor dir dort waren, fahren im Geiste an deiner Seite.

DIE KOLLEKTION NOMAD

Die Kollektion Nomad wurde für Entdeckungsreisen entwickelt, nicht für hohes Tempo, und wurde von jenen frühen Fahrerinnen und Fahrern inspiriert, die gemeinsam unterwegs waren. Diese Kollektion mit abenteuertauglicher Bekleidung für Frauen umfasst Produkte, die bei mehrtägigen Bikepacking-Trips funktionell und komfortabel sind, und besticht durch ein Design, das an ein Jahrzehnt der Entdeckungen erinnert.


 

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