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The Rapha Cycling Club in Norway

Das Gedächtnis des Nordens

Rapha Cycling Club Raid Norway

17 April 2017

Norwegen ist bekannt für die lange, zerklüftete Küste, deren enge Fjorde tief ins Inland zu steilen Bergen führen. Doch das Land wird auch radsportlich immer interessanter – zum einen als Reiseziel, zum anderen als Herkunftsort talentierter Radprofis. So stammen Exweltmeister Thor Hushovd sowie Edvald Boasson Hagen aus Norwegen. Dazu kommt eine Bevölkerungszahl von gerade mal fünf Millionen sowie ein Straßennetz, das tief ins abgelegene Hinterland reicht, und so ist es kein Wunder, dass sich die Radsportwelt dem skandinavischen Königreich immer stärker zuwendet.

Anfang August nahmen sich elf Fahrer des Rapha Cycling Club (RCC) vier Tage Zeit, um bei der zweiten Auflage des RCC Raid Norway von Åndalsnes nach Oslo zu fahren. Im Folgenden führt uns RCC-Mitglied und Fotograf Marius Nilsen durch die Reise – 730 km durch Fjorde zu schneebedeckten Bergen und über raue Schotterstraßen.

Marius Nilsen

@mariusnilsen
Rapha Cycling Club #6745

Wir hatten den Zug von Oslo erst vor ein paar Stunden verlassen – eine Strecke, die über die spektakuläre Raumabahn führt –, und schon bereiteten wir uns auf den Trollstigen vor, einen zehn Kilometer langen Anstieg mit im Schnitt 10 % Steigung und elf Haarnadelkurven, der von Seehöhe auf fast 900 Meter führt. Bei angenehmem Wetter und eher untypischen 26 Grad hatten wir eher das Gefühl, in den italienischen Alpen zu fahren als im Westen Norwegens, wo das Klima so oft rau ist.

Doch das Wetter bleibt nie lange perfekt, schon gar nicht über mehrere Tage. Nachdem wir Täler durchquert und zu Fjorden hinunter gefahren waren, verschlechterte sich das Wetter am zweiten Tag. Was die Fahrer daran erinnerte, dass sie wie immer in der Hand von Mutter Natur sind – und die kann es ihnen schwer oder leicht machen, ganz wie sie mag. Andererseits ist es vielleicht sogar richtig so, dass man den Kopf runternehmen und sich durchkämpfen muss. Wie einer der Fahrer anmerkte: Es erinnert daran, dass man ebenso gute Beine wie Willenskraft braucht, um bei solchen Bedingungen zu fahren. Dies ist kein Spaziergang.

Unsere nächste Herausforderung war der Anstieg zum Dalsnibba, der vom Geiranger-Fjord (UNESCO-Weltkulturerbe) in die Höhe geht. Zum Dalsnibba führt eine 20 Kilometer lange Asphaltstraße, die sich bis auf 1.500 Meter Meereshöhe windet. Und je höher wir kamen, desto schlechter wurde das Wetter.

Auf unserer Tour von Westen nach Osten erreichten wir das Hochland von Jotunheimen, das einen großen Teil eines norwegischen Nationalparks darstellt. Hier im Hochland ist man von sich auftürmenden, zerklüfteten Gipfeln umgeben, und so wie einen diese Riesen einschüchtern, so beruhigend wirkt das blaue Wasser der Fjords zu ihren Füßen. Rentiere durchstreifen die Landschaft und tauchen ohne Vorwarnung am Straßenrand auf. So schnell, wie sie einen ausgebremst haben, sind sie auch schon wieder in der Wildnis verschwunden.

Am Anfang des RCC Raid Norway stand das Engagement einer Gruppe von Freunden, die anderen Clubmitgliedern die Straßen ihrer Heimat zeigen wollten. Der Rapha Cycling Club veranstaltet regelmäßige Touren und Events für seine Mitglieder in den Chapters rund um die Welt. Viele davon werden von den Mitgliedern selbst durchgeführt.

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