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Panache 2025

Panache 2025

Momente, die diese Saison geprägt haben.

21. Dezember 2025

Image CreditGetty Images

Panache: der romantische Heroismus, der Fahrerinnen und Fahrer unvergessen macht und sie in den Köpfen der Fans verankert. Er macht den Radsport zu einem Sport für Mutige. Zum Ende der Saison 2025 blicken wir zurück auf Momente von Wagemut und Entschlossenheit, die dieses Jahr geprägt haben.

Hier zählt die Ehre

Kaum ein Rennen passt besser zu Lachlan Morton als das Yorkshire Three Peaks. Eines, das seine Wurzeln nicht verbirgt und das Terrain ebenso ernst nimmt wie die Herausforderung selbst. Sechs Jahre nach seiner ersten Teilnahme stellte sich Lachie erneut dieser gnadenlosen Mischung aus Cyclocross und Trage-Passagen – aus Überzeugung und aus Respekt vor dem Abenteuer. Am Ende stand ein zweiter Platz hinter Jenson Young, einem Lokalmatador aus Yorkshire; ein Ergebnis, das daran erinnert, wie entscheidend Ortskenntnis sein kann. 

Drama in den Dolomiten

Manche Anstiege hinterlassen Spuren. Für Simon Yates war der Colle delle Finestre genau ein solcher Ort. In den berühmten Kehren zerplatzte 2018 sein Traum von der Maglia Rosa, als Chris Froome zu einer der kühnsten Solofluchten der Giro-Geschichte ansetzte. Als der Finestre 2025 wieder im Garibaldi auftauchte, fühlte es sich für den Profi aus Bury wie eine offene Rechnung an. Mit Mut, Geduld und der selbstlosen Unterstützung und Hingabe von Wout van Aert sicherte sich Yates nicht nur den Sieg und einen weiteren Eintrag in seinem Palmarès, sondern verwandelte einen Ort der Niederlage in einen Moment der Erlösung.

Nachweis: Harry Talbot

Maude-ville, Colorado

Mit außergewöhnlicher Willenskraft und Ausdauer übertraf Maude Farrell alle Erwartungen: Sie bestritt jeden der fünf MTB- und Trailrunning-Wettkämpfe der Leadville-Serie und sicherte sich damit den Gesamtsieg. 455 Kilometer abseits befestigter Wege, auf zwei Rädern und zu Fuß, mit Tausenden von Höhenmetern in dünner Luft. Kein Rennen beendete sie schlechter als auf Rang drei, womit sie ein Maß an Konstanz bewies, das bei den härtesten Ultralangstreckenrennen der Welt nur selten zu finden ist.

Nachweis: Matt Shapiro

Pioniergeist

Als Wegbereiterin des Offroad-Sports fand Kate Courtney mühelos ihren Platz in der kompromisslosen Welt der Ultralangstreckenrennen. Ihr dominanter Auftritt beim Leadville 100 zeigte die körperliche Stärke und mentale Resilienz, die es braucht, um den härtesten Kurs des amerikanischen Westens in Rekordzeit zu bezwingen. Diese Entschlossenheit führte sie auch in Verbier zum Erfolg, wo sie sich bei der UCI-Weltmeisterschaft im Mountainbike-Marathon trotz eines Reifenschadens die Regenbogenstreifen sicherte.

Maggies Welt(en)

Es war eine Leistung, die überraschte und zugleich überzeugte. Magdeleine Vallieres Mills Triumph bei der Straßenweltmeisterschaft war getragen von Selbstvertrauen und unbedingtem Willen: Er entfachte Begeisterung für eine neue Generation und erinnerte daran, dass einem im Radsport nichts geschenkt wird.

Nachweis: Zac Williams

Ein Moment, der bleibt.

Kigali war im September Schauplatz eines historischen Moments: Zum ersten Mal wurde die UCI-Straßenweltmeisterschaft in Afrika ausgetragen. Die Rennen waren intensiv, die Begeisterung spürbar. Doch der Moment, der in Erinnerung bleiben wird, kam, als Xaverine Nirere vom Team Amani für das Einzelzeitfahren der Elite-Frauen von der Startrampe rollte. Der Jubel im Stadion setzte sich entlang der Strecke fort, als sie den Kurs mit sichtbarem Stolz absolvierte. Für Xaverine und das Team Amani war es ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu ihrem Ziel: bis 2028 als erstes afrikanisches Team bei der Tour de France Femmes avec Zwift an den Start zu gehen.

Nachweis: Finley Newmark

Tick Tack

Am Puy de Sancy stand die Zeit still. Jeder Blick ging zur Uhr, jeder Moment zog sich. Ben Healy von EF Education-EasyPost schrieb Geschichte und wurde als erster Ire seit Stephen Roche im Jahr 1987 Träger des Maillot Jaune. Nur wenige Tage nach seinem ersten Etappensieg bei La Grande Boucle reichte ein hart erkämpfter dritter Platz aus, um sich das Gelbe Trikot überzustreifen. Ein Moment, der in unserer letzten Saison an der Seite des Teams besonders nachhallte.

Nachweis: Gruber Images

Alle guten Dinge sind sieben

Als seine Konkurrenten eine Chance witterten, blieb Cyclocross-Maestro Mathieu van der Poel unbeirrt. Ein platter Reifen änderte nichts an seinem Rhythmus: Getragen von Erfahrung und Instinkt, behauptete er die Führung und sicherte sich am Ende den siebten Weltmeistertitel, mit dem er den bestehenden Rekord einstellte. Jahr für Jahr zurückzukehren, über mehrere Disziplinen hinweg, und dabei immer wieder zu dominieren, zeugt von einer ansteckenden Hingabe an den Radsport – überall und unter allen Bedingungen.

Nachweis: Joris Knapen

Königin Pauline

Als Pauline Ferrand-Prévot nach ihrer Zeit im Cross-Country auf die Straße zurückkehrte, blieb Skepsis nicht aus. Doch 2025 ließ sie keinen Zweifel an ihrem Platz im Olymp des Frauenradsports. Es war ein Jahr der Überlegenheit auf heimischem Boden, getragen vom Zuspruch des französischen Publikums. Der Sieg bei Paris–Roubaix war ebenso Teil davon wie der bewegende Gesamtsieg bei der Tour de France Femmes avec Zwift. Als sie die Ziellinie in Châtel überquerte, blieb kaum ein Auge trocken. Eine Saison als Ausdruck von echter Entschlossenheit und bemerkenswerter Vielseitigkeit.

Nachweis: Anouk Flesch

Dänische Dramatik

Die Überraschung im Ziel des Amstel Gold war allgegenwärtig – nicht nur bei Mattias Skjelmose. Angesichts seiner hochkarätigen Konkurrenten in der Ausreißergruppe hatte kaum jemand auf ihn gesetzt. Doch mit einem hauchdünnen Vorsprung sprintete er an Pogačar und Evenepoel vorbei. Sein Satz im Ziel – „Ich glaube, ich habe gewonnen!“ – brachte die ehrliche, ungläubige Freude eines unerwarteten Sieges genau auf den Punkt.

Nachweis: Harry Talbot

BIS NÄCHSTES JAHR

BIS NÄCHSTES JAHR

Der Radsport lebt von seinen Geschichten: von besonderen Begebenheiten, prägenden Momenten und einzigartigen Persönlichkeiten, die über Disziplinen hinweg Eindruck hinterlassen. Wir hätten zehn weitere nennen können und danach noch einmal zehn – und doch wäre die Liste unvollständig geblieben. Dazu klopft 2026 schon an und ist bereit für das nächste Kapitel. Der Duft von Bier und Pommes beim Neujahrs-Cyclocross liegt bereits in der Luft, ebenso wie die sengende Hitze der Rennen auf der Südhalbkugel, die bald beginnen. Alles ist zum Greifen nah.

Welche Geschichten die nächste Saison schreiben wird, wissen wir noch nicht. Ebenso wenig, von welchen Taten voller Panache wir um diese Zeit im nächsten Jahr erzählen werden. Aber es kündigen sich bereits neue Namen an – und vielleicht auch einige aus dem RCC, die wir in einem Jahr hier wiederfinden.