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Kasia Supernova

Kasia Supernova

Kasia Niewiadoma ist eine Rennfahrerin wie vom anderen Stern. Die pfeilschnelle Angreiferin mit der emotionalen Fahrweise, die für CANYON//SRAM fährt, wird diesen Samstag beim Strade Bianche mit dem Ziel antreten, zu gewinnen. Nach drei Jahren in Folge auf dem zweiten Platz sagt die 24-jährige Polin, dass sie nun weiß, was sie bisher falsch machte, und hofft, den entscheidenden Schritt nach oben zu tun. Wir sprachen mit ihr über Erfolg und Leiden und wie beides von den Organisatoren ignoriert wird.

09 February 2019

Ich liebe das Strade Bianche, es ist verrückt.

Du gehst über deine Grenzen, ohne es überhaupt zu merken, denn es tut so weh, dass du einfach mit den anderen mitziehst. Du merkst es erst nach dem Rennen, wenn du nicht mal mehr die Treppe heruntergehen kannst. Ich habe nie gewonnen. Ich habe es so oft verloren und war so viele Male nah dran, aber ich weiß, was ich falsch gemacht habe. Also habe ich diese Woche eine weitere Chance, und mal sehen, ob ich sie gut nutzen kann.



Dieses Jahr würde Erfolg bedeuten, beim Strade oder bei einem der Ardennenklassiker zu gewinnen.

Sie sind superwichtig für mich. Ich weiß, dass ich in der Lage bin, eines davon zu gewinnen, aber es gibt etwas, woran ich arbeiten muss, und ich muss es nur finden und umsetzen. Sie sind immer in meinem Herzen und warten darauf, dass ich gewinne.

Ich habe hart daran gearbeitet, den Druck zu vergessen und so zu fahren, wie ich es früher tat.

Auf mein Bauchgefühl zu hören und mich von bestimmten Situationen nicht stressen zu lassen. Zu genießen, was ich mache, denn es ist superbesonders – nicht viele Leute haben die Möglichkeit, zu sein, wo ich bin, Rennen zu fahren, neue Leute kennenzulernen und neue Orte zu sehen.



Jedes einzelne Mal, wenn ich auf dem Rad leide, denke ich, dass es niemandem sonst weh tut, nur mir.

Ich muss mich permanent daran erinnern, dass alle anderen genauso oder schlimmer leiden. Das hilft mir, mich richtig auf die Schmerzen einzulassen. Ich versuche auch, meine Gedanken auf einen bestimmten Ort oder Punkt zu fokussieren. Es hilft mir dabei, zu vergessen, was mit meinem Körper in diesem Moment passiert.



Im Rennmodus zu sein, bedeutet, deine Komfortzone so oft zu verlassen, wie es geht.

Es geht darum, sich in den Momenten des Kampfes okay zu fühlen, wenn du dich extrem konzentrieren musst. Es fordert dir eine Menge Energie ab, aber wenn du einmal mental bereit bist, es zu tun, geht irgendwie alles leichter.

„Sie sind immer in meinem Herzen und warten darauf, dass ich gewinne.“

Wann immer ich verliere, kommen Gefühle, die ich ebenso liebe wie hasse.

Du bist enttäuscht, weil du verloren hast und nicht in der Lage warst, um den Sieg zu kämpfen, aber du verspürst diesen Hunger. Du wurdest in den Hintern getreten, aber du weißt auch, dass du zurückkommen wirst. Der Gedanke, die Stärkste zu sein, ist wie eine Droge. Wenn du weißt, dass du ein Rennen kontrollieren und unbesiegbar sein kannst, gibt dir das ein unglaubliches Glücksgefühl.



Dieses Jahr würde Erfolg bedeuten, beim Strade oder bei einem der Ardennenklassiker zu gewinnen.

Sie sind superwichtig für mich. Ich weiß, dass ich in der Lage bin, eines davon zu gewinnen, aber es gibt etwas, woran ich arbeiten muss, und ich muss es nur finden und umsetzen. Sie sind immer in meinem Herzen und warten darauf, dass ich gewinne.



Ich war am Boden zerstört wegen meiner Leistungen bei den Ardennenklassikern letztes Jahr, vor allem beim Flèche

[Kasia wurde 21.]. Ich war niedergeschmettert und ich wollte mit niemandem reden. Meine Teamkolleginnen halfen mir sehr, denn ich begriff, dass es die beste Medizin für mich war, darüber zu sprechen und die Emotionen rauszulassen. Auch wenn du schlecht abschneidest, stärken sie dir den Rücken und lieben dich.

„Du kannst hören, wie die Leute deinen Namen rufen und schreien und lachen – es sind so viele verschiedene Gefühle.“

Alle Frauenrennen, die am gleichen Tag wie das Rennen der Männer stattfinden, sind etwas Besonderes.

Wir haben Menschenmengen, viele Leute, die uns anfeuern, und das macht einen riesigen Unterschied, wenn du um den Sieg kämpfst. Du kannst hören, wie die Leute deinen Namen rufen und schreien und lachen – es sind so viele verschiedene Gefühle.



Manchmal habe ich immer noch das Gefühl, dass sich die Organisatoren nicht um unser Rennen kümmern.

Alle sind extrem auf die Männer konzentriert, was ich verstehe, denn es ist ein größerer Sport als unserer. Aber vor allem mit der Übertragung – wenn wir, sagen wir, 30 km vorm Ziel ins Finale gehen, glaube ich, dass es interessanter wäre, unser Rennen zu zeigen und nicht die Jungs, die 150 km vor dem Ziel nur im Feld mitrollen.



Mein Team CANYON//SRAM hat einen Leitsatz: „Take the lead“ – „Geh in Führung“.

Für mich bedeutet das: Wo du auch bist, was auch passiert, solltest du versuchen, die Initiative zu ergreifen und die Lösung zu finden. Ob es im Rennen oder im Privatleben ist – ich glaube, es ist nie zu spät, dein Leben zu verändern. Auch in unseren dunkelsten Momenten können wir die Lösung finden und mit einem großen Lächeln im Gesicht in einen helleren Tag und einen neuen Anfang gehen. Wir sind für unser eigenes Leben verantwortlich, also sollten wir in Führung gehen und uns von niemandem etwas vorschreiben lassen.

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Für die Frühjahrsklassiker ist es mein Rapha Souplesse Race Cape – ich fühle mich immer „sicher und geborgen“, wenn ich eins in meiner Trikottasche habe.

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