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High Desert Migration

Unterwegs im Wüstenhochland

Wir waren auf der Suche nach Ruhe und Gelassenheit auf den frühlingshaften Trails in Sedona. Aber wir fanden so viel mehr.

29 April 2022

In der nördlichen Hemisphäre neigt sich ein besonders trostloser Winter seinem Ende entgegen. Und wie die Temperaturen steigen, kehren die Geschöpfe der Erde wieder in ihre vertrauten Lebensräume zurück. Diese altehrwürdige Tradition ist auch für die Menschen ein Übergangsritual: Unzählige Mountainbikerinnen und Mountainbiker auf dem amerikanischen Kontinent entfliehen ihren zugefrorenen Trails in der Heimat und begeben sich auf eine regelrechte Völkerwanderung in die wärmeren Gefilde des Südwestens.

Das mildere Klima ermöglicht das ganze Jahr über angenehme Fahrbedingungen und die surrealen Wüstenlandschaften sind mit Hunderten von Kilometern legendärer Singletrails gespickt. Das Wüstenhochland flößt einem mit seinen weiten, ursprünglichen Landschaften ein Gefühl der Ehrfurcht ein. Und nur wenige Orte üben eine solche Anziehungskraft und Faszination aus wie Sedona im US-Bundesstaat Arizona.

Sedona liegt im Coconino National Forest, wo sich monolithische Sandstein- und Kalksteinformationen über alte Täler voller Pinien, Wacholderbüsche, Ocotillos und Yucca-Palmen erheben. Die rostrote Landschaft ist ein mystischer Ort für Suchende aller Art: Die Stadt lebt vom New-Age-Tourismus und wird als Treffpunkt für die unterschiedlichsten spirituellen Suchenden gefeiert, von UFO-Gläubigen über Kristallheiler bis hin zu übersinnlichen Yogis. In gewisser Weise sind alle, die nach Sedona reisen, auf ihre eigene Weise Suchende – aber die meisten von uns sind eher auf der Suche nach irdischen Herausforderungen und Unternehmungen.

Hiline, Brewer, Slim Shady, The Hogs – all diese Trails bieten eine große Auswahl an Strecken-Features und unterschiedlichen Terrains, die von malerischen CrossCountry-Passagen bis hin zu schwarz markierten Steilabfahrten reichen. Hier wird Vielseitigkeit belohnt, sowohl im Sattel als auch bei der Ausrüstung. Die Wüste verzeiht niemandem, der sie unvorbereitet betritt.

Obwohl wir in die Wüste gefahren waren, um dem Schnee zu entkommen, war der Winter in Flagstaff, wo wir unsere Unterkunft gebucht hatten, noch in vollem Gange. Der Wetterbericht war unberechenbar, denn nur wenige Tage vor unserer Ankunft wurde Sedona von Schneestürmen heimgesucht. Aber das Risiko, von der Witterung überrascht zu werden, konnte uns nicht abschrecken.

Während dunkle Wolken weiterhin bedrohliche Schatten über die benachbarten Täler warfen, wurden wir mit frischer Morgenluft, heißen Mittagsstunden und spektakulären Sonnenuntergängen verwöhnt, und als das Verde Valley im Licht der goldenen Stunde vor uns erstrahlte, leuchtete die rote Erde im Profil unserer Reifen zurück. Echte Euphorie setzt erst nach Entbehrungen ein, die in diesem Fall aus monatelanger bitterer Kälte, Regen und Schnee bestanden. Aber endlich hatten wir gefunden, wonach wir suchten.

In einem Film gibt es eine Zeile, die lautet: „Wohin auch immer du hingehst, dort bist du.“ Wenn es dich im kommenden Winter nicht in den Südwesten verschlägt, kannst du trotzdem das Beste aus deinen heimischen Trails machen. Die Wüste wird auf dich warten. Der Winter wird nicht ewig dauern und die schönste Jahreszeit steht uns noch bevor.

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